Noch nie gab es so viele Ausfalltage im Job wegen psychischer Erkrankungen: Mit rund 260 Fehltagen je 100 Versicherte waren Seelenleiden 2019 auf dem Höchststand – allein zum Vorjahr gab es einen Anstieg um zehn Prozent. Ausfälle wegen Atemwegserkrankungen gingen hingegen um elf Prozent zurück. Das zeigt die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit zum Krankenstand 2019.  Im Vergleich zu 2010 bedeutet dies eine Zunahme um 56 Prozent. Der Anstieg im vergangenen Jahr bei den Erwerbstätigen betraf vor allem die Frauen, bei den Männern verharrten die Fehlzeiten fast auf Vorjahresniveau. Ein psychischer Krankheitsfall dauerte 2020 durchschnittlich 39 Tage – so lange wie noch nie

Anpassungsstörungen gewinnen an Bedeutung
Depressionen verursachen mit 106 Fehltagen je 100 Versicherte weiterhin mit Abstand die meisten Fehltage, liegen 2020 jedoch mehr oder weniger auf Vorjahresniveau. Unter Pandemie-Bedingungen gewinnen die Anpassungsstörungen an Bedeutung: Im vergangenen Jahr entfielen 64 Tage je 100 Versicherte auf diese zweitwichtigste Diagnose, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Mit Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis, zum Beispiel einen Trauerfall, gemeint. Dies kann sich in negativen Veränderungen des Gemütszustandes oder auch in Störungen des Sozialverhaltens ausdrücken.

(vergl. DAK Gesundheitsreport vom 27.01.2020)

Ständig steigender Termindruck, nie endende To-Do-Listen im Job, Sorgen um die Familie und viel zu wenig Zeit für sich selbst. Fast jeder Mensch kennt das, zumindest zeitweise. Für viele fühlt er sich an wie ein endloser Lauf im Hamsterrad, in dem man immer schneller laufen muss – ohne jedoch wirklich von der Stelle zu kommen. Manch einer rennt, bis der Körper dann die Notbremse zieht und mit folgenschwerer Erschöpfung, Depressionen oder Burnout reagiert.

Andere dagegen lassen sich nicht „unterkriegen“, obwohl berufliche Herausforderungen, Anspannungen, Konflikte im Job, der Freizeit oder in der Familie oder unsichere Zukunftsaussichten ihre Schatten voraus werfen.

Diese psychische Widerstandskraft gegenüber Belastungen und besonderen Herausforderungen wird Resilienz genannt. Resiliente Menschen überstehen Druck, Krisen, massive Stresssituationen oder Schicksalsschläge, ohne daran zu zerbrechen. Die Grundlagen dieser Krisenfestigkeit lässt sich wirksam trainieren, um sich vor Burnout oder Depressionen zu schützen. Ein starkes Mindset, eine gewisse Stressfestigkeit sowie ein unerschütterlicher Glaube an die eigene Kraft und Leistungsfähigkeit verbunden mit der eigenen Achtsamkeit, und der Fähigkeit, zwischen Anspannung und Entspannung regelmässig zu differenzieren sind einige der dafür notwendigen Grundlagen.

Ein ernst gemeinter Gedankenimpuls zum Schluß:

Das Hamsterrad sieht nur von innen aus, wie eine Karriereleiter !

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