Teams gibt es nicht nur im Sport, sondern auch im Business.

Ein Team besteht immer aus mehreren Menschen, aber die Ansammlung von mehreren Menschen bildet noch lange kein Team. Es gibt viele Faktoren, die ein Team erst zu einem Team werden lassen.

Ein Team setzt erst einmal das gemeinsame Ziel voraus. Allein hierüber ließe sich ein Buch schreiben; wir nehmen aber einmal an, dass das geschafft ist: alle haben gemeinsam das gleiche Ziel. Dann bleiben es aber immer noch ganz verschiedene Menschen mit all ihren Unterschieden. Die große Frage ist nun, ob es gelingt, die Stärken der Menschen im Sinne dieses Ziels zu bündeln, oder ob die Unterschiede zu blockierenden Differenzen führen.

Wie passt in diese Situation ein Mensch mit Handicap? Ist ein Mensch, der ein Handicap hat nicht per se schwach, also eine Belastung für das ganze Team? Oder gibt es vielleicht besondere Stärken, die ein Mensch mit Handicap einbringt?

Jeder ist anders. Das ist nicht nur theoretisch gut, zu wissen, sondern auch zu akzeptieren; das ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren eines Teams. Die andere Grundvoraussetzung ist, dass alle Mitglieder sich selber kennen und den anderen Mitgliedern des Teams erlauben, sie kennen zu lernen.

Das tägliche Leben mit einem Handicap führt automatisch zu einer ganz besonderen Sicht auf die unterschiedlichsten Situationen und Dinge, und dazu, sich darauf einzustellen. Der Blick einer bzw. eines Behinderten ist oft ein anderer als der übliche, und auch die möglichen Lösungswege für die verschiedensten Probleme können sich deutlich unterscheiden.

Das Motto: „Gemeinsam sind wir stark“ motiviert und verpflichtet alle gleichermaßen. So wird die Vielfalt der gebündelten Stärken zu einem echten Erfolgsfaktor. Sobald jedes Teammitglied seinen Platz gefunden hat und das tut, was es am besten kann und was ihm vielleicht sogar am meisten Freude bereitet, können alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

Damit das möglichst reibungslos funktioniert, sind sowohl die Akzeptanz der unterschiedlichen Charaktere, Stärken, Schwächen und Meinungen sehr hilfreich, als auch das Vorhandensein von Regeln. So wie beim Sport. Dazu gehören:

  1. Allgemeingültige Kommunikations- und Umgangsformen festlegen
  2. Verantwortlichkeiten und Aufgaben klären
  3. Klare und erfüllbare Vereinbarungen, einschließlich deren Kontrolle
  4. Transparente und klarte Termine
  5. Verbindliche Kommunikationswege festlegen

 Kommunikationsregeln festlegen:

  • Respektvolles Du oder Sie
  • Jeder darf seine Meinung sagen
  • Immer ausreden lassen, nicht unterbrechen (auch wenn es manchmal schwerfällt)
  • Ich-Botschaften satt Vorwürfe (gewaltfreie Kommunikation)
  • Fragen stellen statt Hellsehen (Gedanken machen über die Gedanken des andern)
  • Fragen statt Sagen

Das Kennenlernen kann spielerisch sein. Spannend ist es auf jeden Fall. Vielleicht sind sich der ein oder andere schon mal auf dem Flur oder in einer anderen Gruppe begegnet. Jetzt aber geht es darum, mehr von sich preiszugeben und die anderen daran teilhaben zu lassen. Eine Möglichkeit:

Speed dating                                                                                                             

Diesmal geht es allerdings nicht darum, den passenden Lebenspartner zu finden, sondern mehr über die Teamkollegen zu erfahren. Legen Sie zuerst gemeinsam fest, was Sie erfahren möchten. Das kann sein:

  1. Name, Spitzname
  2. Verantwortungsbereich, Zugehörigkeit zum Unternehmen
  3. Was war das Lustigste, was bisher im Unternehmen erlebt wurde?
  4. Was mag sie/er besonders an seiner Arbeit? Was nicht?
  5. Lieblingsessen, Lieblingsfarbe, Musikrichtung
  6. Was tut er besonders gerne? Was nicht? Hobbys?
  7. Was mögen andere an ihr/ihm?
  8. Wie wird Nachhaltigkeit im eigenen Alltag eingebunden?

Die Fragen werden gut sichtbar notiert und die Zeitdauer der Übung festgelegt. Nun liegt es daran, wie groß das Team ist. Gibt es Thementische, an denen jeweils über ein Thema gesprochen wird, oder sitzen sich die einzelnen Teilnehmer am Tisch gegenüber und stellen Fragen bzw. beantworten diese.

Wichtig: 
                                                 

Dass jemand etwas gerne tut, bedeutet übrigens nicht, dass er das auch gut macht.
 Ich kann mich an einen Mitarbeiter im IT-Bereich erinnern, der als Techniker tätig war. In seinem Bereich war er sehr gut. Aber er wollte gerne auch als Verkäufer arbeiten. Wie sich herausstellte, konnte man ihn aber leider nicht allein auf Interessenten „loslassen“. Er „bombardierte“ die Interessenten so sehr mit seinem Fachwissen, dass sich fast alle mit einer netten Ausrede verabschiedeten. Leider wollte/konnte er sein Verhalten nicht ändern. Deshalb nimmt er seine Termine wieder zusammen mit einem Verkäufer wahr. Die zwei sind zusammen als Team fast unschlagbar. Und genau darum geht es in einem Team: die anderen Teammitglieder kennen und sich ergänzen.

Um das unterschiedlich Verhalten und die einzelnen Vorlieben zu strukturieren, lassen sich Typologiemodelle nutzen. Wahrscheinlich haben Sie bereits einige kennengelernt. Diese Einteilung mag ich besonders gern:

Der Reformer –    der Stratege, langsam am Start – schnell am Ziel,  unentschlossen, sprunghaft

Der Direktor –      kämpferisch, mag Konfrontationen, direkt, ergebnis-orientiert, Sinn für Dringlichkeit, treibt Veränderungen voran

Der Motivator –     marktorientiert, sehr veränderungsbereit, unabhängig, sehr optimistisch

Der Inspirator –     vertrauensvoll, keine Angst vor Veränderungen, kontaktfreudig, redet mehr als zuzuhören, kommunikationsfreudig, selbstsicheres Auftreten

Der Berater –          hilfsbereit, Teamplayer, beharrlich, kooperativ, rücksichtsvoll gegenüber anderen

Der Unterstützer – kulant, mag keine Konfrontationen, beharrlich, beherrscht seine Emotionen, anpassungsfähig, guter Zuhörer

Der Koordinator – produktorientiert, wenig veränderungsbereit, diszipliniert, pessimistisch

Der Beobachter – präzise, akkurat, qualitätsbewusst, kritischer Zuhörer,  Sinn für Details, nonverbale Kommunikation

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